Ford Escort Kombi 1972

In gutem Zustand sehr schwer zu finden, erstand ich im Jahre 2006 diesen bis auf die montierten Stoßstangenecken der RS Modelle sowie gräßliche Engelmannspiegel im Originalzustand belassenen Escort Mk1 Kombi in brauchbarem Zustand aus Frankreich. Die Karosserie war in einem recht guten zustand, nur die gespachtelten Radläufe hinten ließen böses erahnen. Die Lackierung wurde vom Vorbesitzer erneuert, ich würde es als gute Garagen Lackierung bezeichnen, viele Lackläufer, Rosinenhaut sowie Schmutzeinflüsse. Hätte ich das Fahrzeug im Originalzustand bekommen, wäre mir wahrscheinlich viel Arbeit erspart geblieben.
Ziel der Restauration wird es sein, ein möglichst Originalen Kombi Zustand 1 auf die Beine zu stellen, mit ein paar Modifikationen : Größere Bremsanlage, Bilstein Dämpfer sowie sehr seltene 5 1/2 x 13 Twin Cam Stahlfelgen mit 175 er Reifen.
Diverse Originale Neuteile konnte ich bereits auftreiben : Cockpit, Schalter Innenraum, Armaturenbrettabdeckung, Rückleuchten , Blinker, Scheinwerfer, Stoßdämpfer, Stoßstangen vorne und hinten Chrom, Außenspiegel, Türgriffe sowie Radläufe hinten. Eine Rote Innenausstattung wäre noch ein Traum, aber sehr schwer im guten Zustand zu bekommen. Die Original Polster sind noch in einem sehr guten Zustand, ohne Risse, aber leider aus Kunstleder.
Unten Bilder eines ex Kombis von mir, bereits mit den Twin Cam Felgen, aber 205/60R13 Bereifung. In dieser Farbkombination - Hellgrau mit roter Innenausstattung - ein super schönes Fahrzeug. Leider waren Diverse Schweißarbeiten durchgeführt worden, u.a. Kotflügel, Frontschürze, Radläufe, Dome etc. - und das nicht sehr schön, gekrönnt mit einer Garagenlackierung. Der Aufwand wäre zu groß geworden. Schade um die rote Innenausstattung - jetzt suche ich dran.
Verzweifelt gesucht : Fensterdichtungen für die beiden hinteren Seitenfenster sowie Heckklappenscheibe - ich wäre für jeden Tipp Dankbar.
Juni 2007 : Die Restauration beginnt, Demontage der äußeren Anbauteile.




Auch der Innenraum wurde ausgeräumt. Erfreulich : Übergang A - Säule / Bodenblech, ein typischer Schwachpunkt, präsentiert sich absolut Rostfrei.

Jetzt gehts ans Blech, besser gesagt : An die Radhäuser hinten - hier die rechte Seite :


Der Übergang Radlauf zum Schweller war stark oxidiert, alles weitere nach vorne war rostfrei. Nicht reparables Blech schnitt ich raus, der Rest wurde Sandgestrahlt.

Der Innenradlauf wurde ebenfalls nur teilweise ersetzt, der Rest gesandstrahlt. Die Original Passform wäre mit den Reparaturblechen nicht mehr gegeben, womit es Schwierigkeiten mit dem Außenradlauf gegeben hätte.
Der Radlauf wurde im oberen Bereich abgekantet, unter die Seitenwand geschoben und verschweißt, das gleiche mit dem Schweller. Jetzt noch alles verzinnen, und fertig ist die rechte Seite. Das war mal wieder ein ganzer Samstag, und die andere Seite kommt auch noch. Was lange braucht, wird meistens gut...

Der Lack und die Verunreinigungen wurden penibelst entfernt, somit bietet sich ein optimaler Untergrund für das Schwemmaterial Zinn. Dieser sorgt in Verbindung mit dem vorab aufgetragenen Flußmittel für Schließung selbst kleinster Öffnungen im Blech, die automatisch beim Schweißen und anschließenden Schleifen entstehen. Somit wird verhindert, das sich Feuchtigkeit unter dem Lack ausbreitet, was zu Korrosion führen würde. Zwischendurch habe ich noch die komplette Antriebseinheit ausgebaut, die demnächst ebenfalls überarbeitet wird.

Unten Bilder des linken Radlaufs. Auf Detailbilder habe ich verzichtet, da es sich um die gleichen Korrosionsschäden handelt wie auf der rechten Seite. Ich habe ebenfalls den Innenradlauf Instand gesetzt, sowie ein Stück Schweller mit Innenblech und den äußeren Radlauf ersetzt. Zum Schluss wurde alles gereinigt und verzinnt.


Die gelblichen Ränder unten sind keine Korrosion, sondern reste der Verzinnungspaste, der Haftgrund für den Zinn.

Zu guter Letzt war der Batteriekasten an der Reihe. Zuerst sah es nach ein paar Minuten Strahlarbeit aus, aber wie so oft endete diese Aktion mit kompletter Demontage und überarbeitung des Bauteils. Die Flächen wurden entrostet, die Löcher verschlossen und im Bereich Kühlerträger ein Blech angefertigt und eingesetzt. Die von Säure beschädigten Bleche wurde im Batteriekastenbereich gesandstrahlt. Der Batteriekasten selbst wurde ebenfalls gesandstrahlt und dann KTL beschichtet, und an gleicher Stelle wieder eingesetzt.


11.09.2007 : Die letzten Restarbeiten : Türbolzen bzw. Stifte herausschlagen ( ...immer wieder ein Genuß..!?! ), Abdichtarbeiten, ein paar kleinteile demontieren, die letzten Finisharbeiten ( Ausbeulen, die Scheibenöffnung vom Flugrost befreit, Fahrzeug gereingt ).
12.09.2007 : Auf zum Lackierer - das wird seine Zeit dauern...jetzt gehts dem Capri ans Blech. Zwischendurch werde ich mich um die Überarbeitung des Antriebsstrangs kümmern, Bilder folgen. Aus ,, mal außen neu lackieren `` ist mal wieder eine Komplettrestauration geworden. Jetzt wird die komplette Karosserie mit Innen- und Motorraum lackiert, bei so viel Arbeit soll er jetzt auch möglichst perfekt werden.

Hier Bilder vom Lackierer, die Karosserie wurde bereits gefüllert, jetzt steht Feinarbeit vorm eigentlichen Decklack an.

12.01.2008 : Frisch vom Lackierer - Phantastisch !

Jetzt erstrahlt er wieder wie am Tag seiner Auslieferung - in Original Ford Grau, nur mit einer paar Schichten mehr Farbe und Klarlack.

Seitenwand Hinten rechts innen :


Das Bild täuscht : Die Spaltmasse zwischen Tür und Kotflügel wirkt sehr breit, die Erklärung : Die Tür ist nicht ganz zu, es fehlt natürlich noch das Schloß, Schließkeil, etc.


Mein Wochenendplan : Haube und Heckklappe montieren, Hohlräume mit Ford Korrosionsschutzwachs fluten ( Bestellnummer 1219834 - sehr gute Kriechwirkung und Korrosionsschutz ), und leider ersteinmal wegstellen, auch wenn es in den Händen juckt - der Capri wartet !
Zwischenzeitlich habe ich den Motor sowie das Getriebe Gereinigt und Lackiert, diverse Teile erneuert sowie den Vergaser überholt.